Kann ich mich über Blutprodukte oder eine Bluttransfusion anstecken?
Eine Ansteckung über Blutprodukte ist in Deutschland bei ordnungsgemäßer Herstellung so gut wie ausgeschlossen, da die Spender auf HIV getestet werden und Plasmaprodukte durch virusabtötende Verfahren abgesichert werden.
Blut kann im Gegensatz zu Plasma allerdings nicht durch virusabtötende Verfahren behandelt werden – so besteht ein sehr geringes Restrisiko bei Bluttransfusionen, da im Blut des Spenders erst einige Wochen nach der Infektion HIV-Antikörper festgestellt werden können. Wenn der Spender sich also innerhalb weniger Wochen nach seiner Ansteckung mit HIV zum Blutspenden entschließt, kann die Spende nicht HIV-positiv getestet werden.
Kann ich mich beim Blutspenden anstecken?
Nein, beim Blutspenden in Deutschland kannst du dich nicht mit HIV anstecken. Erstens kommst du nur mit deinem eigenen Blut in Berührung, und zweitens gelten hohe Hygienemaßnahmen für eine Blutspende, z.B. wird nur Einmal-Material verwendet.
Kann ich überhaupt Erste Hilfe leisten, ohne Gefahr zu laufen mich anzustecken?
HIV könnte theoretisch übertragen werden, wenn das Blut des Verletzten direkt in die Blutbahn in des Helfers gelangt – also über verletzte Haut beim Ersthelfer. In Deutschland gibt es bisher aber keinen Fall, in dem eine Ansteckung mit HIV über diesen Weg erfolgt ist, da das Blut mit Druck in die Blutbahn gelangen müsste.
Die unverletzte Haut kann Blut überhaupt nicht aufnehmen. Da man kleine Wunden oder Schnitte in der Haut oft nicht bemerkt, sollest du immer Einmalhandschuhe tragen, wenn du Erste Hilfe leistest.
Bei einer Atemspende könnte Blut des Verletzten und des Ersthelfers über verletzte Schleimhäute in Berührung kommen und so den HI-Virus übertragen. Diesen Ansteckungsweg kann man aber leicht über Masken vermeiden, die man im Handel erhält und im Erste-Hilfe-Kasten verstauen kannst.
Was hat Aids mit Drogen zu?
Fixer, also Menschen, die sich mit Spritzen Drogen in ihre Adern injizieren, sind besonders HIV-gefährded, wenn sie ihre Spritzen mit anderen Drogenabhängigen tauschen. In der Nadel der Spritze können sich nämlich kleine Blutreste befinden, in denen HIV enthalten ist – beim Spritzen der Drogen kann der Virus so über Druck in die Blutbahn gelangen und den Abhängigen infizieren.
Welche Risikogruppen gibt es?
Jeder, der ungeschützten Sex hat oder Spritzen mit Infizierten tauscht, begibt sich in die Gefahr, mit HIV infiziert zu werden.
Eine „Risikogruppe“ gibt es daher nicht, sondern nur riskantes Verhalten!
Je häufiger sich jemand in riskante Situationen begibt, also z.B. Sex ohne Kondom hat, desto größer ist das Risiko, sich mit HIV anzustecken. Auch andere unbehandelte Geschlechtskrankheiten oder genitale Infektionen steigern das Risiko, sich mit HIV anzustecken; bei Frauen wird z.B. die Scheidenschleimhaut durch häufige Hefepilzinfektionen durchlässiger für das Virus.
Über die Zeit beobachtete man überdurschnittlich viele Infektionen bei ...
ungeschütztem Geschlechtsverkehr unter Männern
Fixern, die ihre Spritzen untereinander tauschen
Einwohnern von Ländern, in denen sich HIV besonders stark verbreitet hat
Kann ich mich im täglichen Umgang mit anderem, wie z.B. beim Küssen oder in der Sauna, infizieren?
Sobald das Aids-Virus mit Luft in Berührung kommt, stirbt es ab. Es ist außerhalb von lebenden Zellen sehr empfindlich; durch Reinigungsmittel, Austrocknen und Erhitzen wird es schnell zerstört.
Beim Zungenküssen ist eine Infektion theoretisch möglich, falls sich im Mund blutende Verletzungen befinden – dieser Ansteckungsweg ist aber sehr, sehr unwahrscheinlich.
Generell ist eine Ansteckung im täglichen Leben nicht möglich.
Eine Ansteckung ist also unmöglich durch ...
Händeschütteln
Anhusten
Anniesen
Zusammen spielen
Mücken, Insekten oder andere Tiere
Schwimmen
Saunieren
Gemeinsames Benutzen von Handtüchern, Bettwäsche, Toiletten
Gemeinsames Benutzen von Besteck, Gläsern, Geschirr