Was ist ein HIV-Test?
Bei einem HIV-Test wird durch eine Blutabnahme untersucht, ob sich im Blut Antikörper gegen das HI-Virus befinden. Diese Antikörper können allerdings erst ab dem dritten Monat nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr nachgewiesen werden - also ist der Test erst aussagekräftig, wenn das letzte Infektionsrisiko mindestens drei Monate zurückliegt.
Wenn der Test positiv ausfällt, konnte HIV nachgewiesen werden – negativ bedeutet, der Patient ist gesund.
Vor und nach einem HIV-Test sollte immer eine persönliche Beratung erfolgen - denn auch bei einem negativen Ergebnis ist es wichtig zu besprechen, wie man sich in Zukunft verhält, um Infektionsrisiken in der Zukunft auszuschließen.
Ein negativer HIV-Test ist nämlich kein “Freibrief” für ungeschützten Sex! Es ist wichtig sich zu schützen, damit man auch weiterhin gesund bleibt. Sich vorher zu schützen ist um einiges verantwortungsvoller und beruhigender, als sich nachher testen zu lassen.
Wie funktioniert ein HIV-Test?
Durch einen sogenannten “Suchtest” wird bei einer Blutabnahme geprüft, ob HIV-Antikörper im Blut vorhanden sind. Allerdings können sich auch einige andere Antikörper im Blut befinden. Um einen sicheren Test zu garantieren, muss daher immer ein “Bestätigungstest” durchgeführt werden, damit kein falsches Testergebnis angegeben wird.
Wo kann ich mich testen lassen?
Du kannst dich anonym und meist kostenlos in den meisten Gesundheitsämtern und bei Aids-Beratungsstellen beraten und testen lassen. Ein HIV-Test ist natürlich auch bei einem Arzt möglich, hier muss der Test aber meist selbst bezahlt werden.
Auf das Testergebnis muss man etwa ein bis zwei Wochen warten.
Wann ist ein HIV-Test sinnvoll?
Ein HIV-Test ist nur dann sinnvoll, wenn es ein konkretes Ansteckungsrisiko gegeben hat. Auch in diesem Fall sollte zunächst ein persönliches und ausführliches Beratungsgespräch erfolgen, denn die Angst vor HIV macht den Betroffenen oft schwer zu schaffen. In einer Beratungsstelle oder in einem Gesundheitsamt kann das Beratungsgespräch auch anonym durchgeführt werden – außerdem sind alle Ärzte und Berater natürlich zur Verschwiegenheit über das Gespräch und den HIV-Test verpflichtet.
Ein Test ist vor allem sinnvoll, ...
wenn Paare den Wunsch nach ungeschützter Sexualität verspüren. Der Test soll eine frühere Infektion ausschließen, sagt aber natürlich nichts über zukünftige Infektionsrisiken aus
falls Menschen früher unsichere Bluttransfusionen oder -produkte bekommen haben, deren HIV-Sicherheit nicht gewährleistet war (heutzutage ist eine Ansteckung über Bluttransfusionen und -produkte in Deutschland praktisch ausgeschlossen)
wenn eine Schwangerschaft geplant ist. Da die Mutter den Krankheitserreger auf ihr Kind übertragen kann, ist eine Beratung und im Falle eines früheres Infektionsrisikos ein Test für beide Partner sinnvoll
falls anhaltende Symptome wie Fieber, andauernder, sehr starker Durchfall, lang anghaltender Nachtschweiß, Hauttumore oder andauernde Schwellungen der Lymphknoten auftreten. Diese Symptome müssen nicht, können aber Symptome für eine Ansteckung sein – eine ärztliche Beratung ist daher sinnvoll.
Soll ich mich testen lassen, wenn ich mir ein Kind wünsche?
Zunächst sollte in einem Beratungsgespräch geklärt werden, ob überhaupt Bedarf für einen Test besteht. Falls Anlass zur Befürchtung besteht, HIV-positiv zu sein, solltest du vor einer Schwangerschaft
einen Test durchführen lassen. Ein Test während der Schwangerschaft wird im Allgemeinen nicht empfohlen – für schwangere Frauen, die sich in einer physisch und psychisch ungewohnten Lage befinden, erweist sich die Testzeit meist als eine sehr aufreibende und belastende Zeit.
Ein HIV-Test ist in Deutschland im Rahmen der Schwangerschafts-Vorsorge-untersuchungen vorgesehen – allerdings darf er nicht ohne deine ausdrückliche Zustimmung durchgeführt werden. Das Ergebnis muss ausserdem nicht in den Mutterpass eingetragen werden.
HIV-infizierte Schwangere sind einem ungeheuren Druck ausgesetzt. Sie werden schnell als “verantwortungslos” abgestempelt wenn sie das Kind behalten wollen, da sie das Virus auf ihr Kind übertragen könnten – oder weil das Risiko besteht, an Aids zu erkranken, sodass sich die Mutter nicht mehr ausreichend um ihr Kind kümmern kann. HIV-positive schwangere Frauen sollten daher die Möglichkeit einer umfassenden Beratung wahrnehmen, auch damit sie sich nach eigenem Ermessen für oder gegen einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden können.
Die medizinischen Fakten bezüglich Schwangerschaft und HIV-Infektion
Die Fruchtbarkeit einer Frau wird durch eine HIV-Infizierung nicht beeinträchtig
Bei HIV-positiven Frauen ohne Symptome verschlechtert eine Schwangerschaft ihren Gesundheitszustand nicht
Bei an Aids erkrankten Frauen kann sich der Gesundheitszustand durch eine Schwangerschaft verschlechtern
Durch medizinische Maßnahmen kann eine HIV-Infektion durch eine Übertragung von der Mutter auf das Kind während der Schwangerschaft, bei der Geburt oder beim Stillen in 98 % der Fälle verhindert werden
Ohne medizinische Maßnahmen liegt die Wahrscheinlichkeit der Übertragung in diesen Fällen bei 20 %
Bei Neugeborenen bis zu 18 Monaten fällt ein HIV-Test positiv aus, auch wenn das Baby nicht infiziert ist - die mütterlichen Antikörper verbleiben während dieser Zeit im Körper. Eine sichere Testaussage ist erst nach 15 - 18 Monaten gegeben.